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Gedenkstätte Lutherkirche

Die 1937 erbaute Lutherkirche im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Süd ist architektonisch geprägt vom Heimatschutzstil und von der Neoromanik. Sie wurde mit Werken von völkisch-nationalistisch orientierten Künstlern ausgestattet. Seinerzeit hatten dort Kirchenvorstand und Pastoren das Sagen, die der nationalsozialistischen Lübecker Kirchenleitung als vorbildlich galten.

Die politische Ausrichtung in der Gemeinde und in der Lübecker Landeskirche entsprach auch den Vorstellungen des Pastors Karl Friedrich Stellbrink, der 1934 an die Lutherkirche kam. Der Pastor war Mitglied im völkisch-antijudaistisch ausgerichteten Bund für Deutsche Kirche und seit 1933 in der NSDAP.

Doch schon nach kurzer Zeit bekam seine Begeisterung Risse. Zunehmend durchschaute er die Kirchen- und Menschenfeindlichkeit der Nationalsozialisten. So wandelte er sich in den kommenden Jahren vom Anhänger zum Gegner des NS-Systems. 1941 kam er in Kontakt mit drei Kaplänen der katholischen Herz Jesu Gemeinde, die ähnlicher Überzeugung waren wie er: Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek. Die Geistlichen tauschten systemkritische Informationen und Schriften untereinander und mit anderen aus und sprachen ein offenes Wort. Das führte 1942 zu ihrer Verhaftung. 1943 reiste der Volksgerichtshof eigens nach Lübeck, um den Geistlichen den Prozess zu machen. Dieser endete mit dem Todesurteil, das am 10. November 1943 in Hamburg vollstreckt wurde. Heute sind die Männer als die vier „Lübecker Märtyrer“ bekannt.

In den ersten Nachkriegsjahren bestand in der Gemeinde selbst kein nennenswertes Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Geschichte des ermordeten Pastors Stellbrink und seiner Freunde. Die Lübecker Landeskirche stand Stellbrink ambivalent gegenüber, unterstützte aber zumindest den Wunsch seiner Familie nach der Beisetzung seiner Urne in der Lutherkirche 1949.

Erst seit Ende der 1980er-Jahre setzt sich die Gemeinde aktiv mit ihrer Geschichte und der Ausstattung ihrer Kirche auseinander. Dies geschieht in ökumenischer Verbundenheit mit der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde. 1993 wurde Pastor Stellbrink auf Initiative des damaligen Lübecker Bischofs Karl Ludwig Kohlwage formal rehabilitiert. 1995 wurde die Lutherkirche unter Denkmalschutz gestellt und erhielt eine provisorische Ausstellung über die verfolgten Geistlichen. Seit 2014 ist sie Gedenkstätte in der Nordkirche. Sie beherbergt nun eine umfassende Ausstellung zum Thema. Trägerin der Gedenkstätte ist die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Luther-Melanchthon zu Lübeck. 

Bildung

Bildungsangebote

Die Gedenkstätte Lutherkirche versteht sich als einen Ort der Erinnerung, des Gedenkens, des exemplarischen Lernens und Erforschens sowie eines stetig fortschreitenden Diskurses über den Umgang mit dem nationalsozialistischen Erbe und aktuelle Positionierungen. Ein wichtiger Teil der Arbeit liegt im Transfer von Erkenntnissen über totalitäre Denkweisen und Methoden der Ausgrenzung in die Gegenwart, die Sensibilisierung für Demokratie und menschenfeindliche Prozesse sowie die Ermutigung, diese zu benennen und ihnen zu begegnen. Im Mittelpunkt der historischen Vermittlungsarbeit stehen dabei die Themenfelder „Kirche und Nationalismus“ und „Das Menschenbild in der nationalsozialistischen Ideologie“.

Ausstellungen

Auf der Empore ist die Dauerausstellung „‚...ich kann dich sehen.‘ Widerstand, Freundschaft und Ermutigung der vier Lübecker Märtyrer“ zu sehen. Themen und Termine von Wechselausstellungen sind der Webseite zu entnehmen.

Filme

In der Ausstellung werden Kurzfilme zu den „Lübecker Märtyrern“ gezeigt.

Führungen

An jedem 1. Samstag im Monat bietet die Gedenkstätte um 15.00 Uhr Führungen an; nach Anmeldung gerne auch zu anderen Zeiten. Die Führungen sind kostenfrei, bei Erwachsenengruppen wird eine Spende erbeten. 

Workshops und Seminare

Für Schulen und Jugendgruppen können individuell angepasste Angebote vereinbart werden – von einer Kurzführung bis hin zu einem mehrtägigen Projekt, gerne auch in Kooperation mit anderen Bildungsträgern. Seminarräume für Vor- und Nachbereitung für Gruppen bis zu 50 Personen sind vorhanden.

Bibliothek

Vor Ort steht eine Handbibliothek für Recherchen zur Verfügung.

Barrierefreie Angebote

Sowohl die Kirche als auch die Gedenkstätte inklusive der Ausstellung auf der Empore sind barrierefrei zugänglich.

Regelmäßige Veranstaltungen

Neben den öffentlichen Führungen an jedem 1. Samstag im Monat finden in der Gedenkstätte aus Anlass von Jahrestagen Veranstaltungen statt. Dazu gehört vor allem das Gedenken an die Lübecker Märtyrer rund um das Hinrichtungsdatum am 10. November, welches eingebunden ist in das Lübecker Programm der „Zeit des Erinnerns“. 

Informationsmaterialien zur Vorbereitung eines Besuchs

Die deutsch- und englischsprachige Webseite informiert über aktuelle Veranstaltungen und bietet zahlreiche Download-Angebote, unter anderem historische Informationen, Unterrichtsmaterial für die Arbeit mit Schüler*innen sowie den Flyer zur Gedenkstätte und Dauerausstellung.

Literatur: Hansjörg Buss: „Entjudete“ Kirche. Die Lübecker Landeskirche zwischen christlichem Antijudaismus und völkischem Antisemitismus (1918–1950), Paderborn u.a. 2011; Karen Meyer-Rebentisch: „‚...ich kann dich sehen.‘ Widerstand, Freundschaft und Ermutigung der vier Lübecker Märtyrer“, hrsg. von der Gedenkstätte Lutherkirche, Lübeck 2018 (Ausstellungskatalog mit beigelegter CD)

Praktische Informationen
Praktische Informationen

Gedenkstätte Lutherkirche
Moislinger Allee 96 (Büro: Moislinger Allee 92b)
23558 Lübeck

info@gedenkstaette-lutherkirche.de
www.gedenkstaette-lutherkirche.de

Tel. 0451-49057800 (Büro der Gedenkstätte)
Tel. 0451-2034798 (Gemeindebüro)

Öffnungszeiten

Mo–Fr 10–16 Uhr und nach Voranmeldung

Eintritt frei

Anfahrt mit PKW
Parkplätze sind vorhanden

Anfahrt mit ÖPNV

Buslinien 5,6, 16, Haltestelle „Lutherkirche“

Termine
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