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GeSCHICHTENberg Itzehoe

Der historische Ort, ein etwa zehn Meter hoher Hügel am Rand der Innenstadt von Itzehoe, ist als „Germanengrab“ bekannt, mitunter auch als „Galgenberg“. In der Bronzezeit zwischen dem 15. und 13. Jahrhundert v. Chr. existierte hier mindestens sechs Generationen lang eine Grabanlage. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit befand sich auf dem Berg eine Hinrichtungsstätte. Das 1256 in Itzehoe gegründete Zisterzienserinnenkloster hatte hier bis zu seiner Umwandlung in ein adliges evangelisches Damenstift eine eigene Gerichtsbarkeit, worauf sich der Name Galgenberg als Ort der Hinrichtungen bezieht.

1937 entdeckten Archäologen bei Grabungen zwölf Gräberstätten. Auf der Grundlage einer – wissenschaftlich nicht haltbaren – Deutung durch den leitenden Ausgrabungshistoriker Günter Haseloff, propagierten die Nationalsozialisten eine germanische Abstammungslinie. Sie erklärten den Ort zum „Germanengrab“, in dem „das germanische Blutserbe wieder einen sichtbaren Ausdruck“ finde, wie ein Gauamtsleiter 1938 bei der Einweihung des neugestalteten Ortes sagte. Über drei der Gräber errichteten sie eine knapp zehn Meter hohe Kuppelhalle und im Außenbereich einen Aufmarschplatz für NS-Organisationen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Platz Anfang der 1950er-Jahre zu einem Gedenkort für die Toten und Vertriebenen der Weltkriege umgestaltet. Insbesondere am Volkstrauertag fanden hier Gedenkfeiern statt. Das nationalsozialistische Erbe des Ortes geriet zunehmend in Vergessenheit, auch wenn der Ort noch oft „Germanengrab“ genannt wurde. Seit Ende der 1980er-Jahre wurden auch Gedenksteine für verschiedene Opfer und Verstorbene aus unterschiedlichsten Kontexten errichtet.

Das Landesamt für Denkmalpflege stellte den Ort 2007 unter Denkmalschutz und begründete seine Entscheidung so: „Sowohl in der inneren Gestaltung (…) als auch in der städtebaulich weithin wirksamen Außengestalt, dem bronzezeitlichen Grabhügel nachgeformt, zeigen sich nationalsozialistische Baugesinnung und Rassenideologie eng miteinander verschränkt.“

Seit Januar 2020 heißt der Ort nun „GeSCHICHTENberg Itzehoe. Gräber der Bronzezeit – Galgenberg – NS-Propagandaort“. Der Heimatverband für den Kreis Steinburg entwickelt hier nun Schritt für Schritt einen Erinnerungsort, der in seiner Bildungsarbeit die historischen Bedeutungsschichten aufgreift: von den fast 3.500 Jahre alten Gräbern der nordischen Bronzezeit über die im Mittelalter eingerichtete Hinrichtungsplatz und die nationalsozialistische „Weihestätte“ bis hin zu der Nachkriegsrezeption insbesondere als Gedenkort für Kriegstote und Vertriebene.

Bildung

Zielgruppen

Die Angebote richten sich an Schüler/innen und Jugendliche (zum Beispiel Konfirmanden) sowie weitere Besucher- und Berufsgruppen unterschiedlichen Alters. Der GeSCHICHTENberg Itzehoe versteht sich als ein Ort, an dem Verfahren und Methoden der Bildungsarbeit ausprobiert werden.

Ausstellungen

In der Halle ist eine Dauerausstellung zur Archäologie und Geschichte des Ortes zu sehen.

Führungen

Auf Anfrage bietet der Heimatverband für den Kreis Steinburg Schulklassen und anderen Interessierten Führungen über das Gelände und durch die Halle an.

Workshops und Seminare

Im Zusammenhang mit dem Bildungsangebot können Schulklassen und andere Gruppen nach Voranmeldung einen Seminarraum im nahegelegenen Haus der Jugend nutzen.

Barrierefreie Angebote

Das Gelände und die Halle sind nur eingeschränkt barrierefrei zugänglich.

Informationsmaterialien zur Vorbereitung eines Besuchs

Auf der Website des GeSCHICHTENbergs sind erste Informationen zur Geschichte des Ortes zu finden.

Literatur: Ulf Ickeroth: Zwischen unbequemem Denkmal und inszeniertem Erinnerungsort, in: Steinburger Jahrbuch 59 (2014), S. 21–64; Ingo Lafrentz: Inszeniertes Germanentum. Das sogenannte Germanengrab in Itzehoe, in: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte 52/53, (2010/11), S. 16–47

Praktische Informationen
Praktische Informationen

GeSCHICHTENberg Itzehoe
Hauptzugang über Ecke Langer Peter/Timm-Kröger-Straße

Kontakt:

GeSCHICHTENberg Itzehoe
Heimatverband für den Kreis Steinburg e. V.
Viktoriastr. 16
Kreishaus
25524 Itzehoe

Tel.: 04821-69 235
Fax: 04821-69 9235

Mail: geschichtenberg-itzehoe@gmx.de
www.geschichtenberg-itzehoe.de

Öffnungszeiten

Das Gelände ist außerhalb der Grabhalle rund um die Uhr frei zugänglich. Die Ausstellung in der Halle ist nach Absprache oder im Rahmen von Führungen zugänglich.

Eintritt

Angemeldete Führungen sind kostenfrei.

Anfahrt mit PKW

Parkmöglichkeiten gibt es auf dem knapp 200 Meter entfernten Parkplatz am Lornsenplatz. Weitere Parkplätze befinden sich in den umliegenden Straßen.

Anfahrt mit ÖPNV

Vom Bahnhof Itzehoe circa zehn Min. Fußweg

Mit Bussen ab dem Bahnhof:

- Buslinie 5 Richtung Itzehoe Hagebaumarkt/Glückstädter Werkstätten bis zur Haltestelle Lornsenplatz
- Buslinien 8, 15 und 4610 bis zur Haltestelle Juliengardeweg/Turnhalle

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