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Henri-Goldstein-Haus

Am Rande des Quickborner Himmelmoors befindet sich im Bereich eines kleinen Häuserensembles ein unscheinbares Gebäude aus rotem Backstein mit vergitterten Fenstern. Während des Zweiten Weltkriegs waren in diesem Gebäude jüdische Kriegsgefangene untergebracht. Sie mussten im Himmelmoor Torf stechen.

Das Himmelmoor, eine ursprünglich 600 Hektar umfassende Moorlandschaft, liegt heute im Kreis Pinneberg und erstreckt sich über das Gebiet von Quickborn und weiteren Gemeinden. Seit den 1870er-Jahren wurde hier Torf abgebaut, 2018 ging diese industrielle Nutzung nach fast 150 Jahren zu Ende. In vier verschiedenen politischen Systemen, von 1915 bis in die 1980er-Jahre, verrichteten Strafgefangene aus verschiedenen Gefängnissen der näheren und ferneren Umgebung diese Arbeit. Doch bereits im Ersten Weltkrieg waren hier zudem 500 russische Kriegsgefangene zum Torfabbau eingesetzt. Während des Zweiten Weltkrieges bestand neben dem Strafgefangenen-Arbeitslager auch ein – unter Wehrmachtsaufsicht stehendes – Lager für westliche und sowjetische Kriegsgefangene sowie politische Häftlinge, die hier Zwangsarbeit zur Torfgewinnung leisten mussten. So auch mindestens 53 jüdische Kriegsgefangene, die aufgrund der NS-„Rassen“-Politik in einem von den anderen abgetrennten Gebäude untergebracht waren – das Kriegsgefangenen-Arbeitskommando 1416. Einer dieser Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter war der Belgier Henri Goldstein (1920–2014). Er hat seine Erinnerungen an seine fünfjährige Kriegsgefangenschaft in verschiedenen Lagern in Deutschland und die Zeit im Himmelmoor viele Jahre später in seinem Buch „Les maillons de la chaîne“ (1992, Die Glieder der Kette) festgehalten. Auf dieser Basis erschien erstmals 2005 eine Dokumentation über das Lager und das Leben der Häftlinge.

Der Erinnerung an diese Zeit der Sklavenarbeit für das „Großdeutsche Reich“ ist seit 2002 das Engagement einer Initiative von Quickborner Bürgerinnen und Bürgern gewidmet. 2013 gründeten sie den Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus Quickborn. Der Vereinsname ist eine ehrende Referenz an den unter anderem auch in Quickborn inhaftierten Goldstein. Ziel des Vereins ist es, das betreffende historische Gebäude, das seit 2013 unter Denkmalschutz steht, zu erhalten und darin eine Gedenkstätte aufzubauen, um die Situation der jüdischen Gefangenen zu dokumentieren und gegenwärtig zu halten. Tatsächlich zählt das aus drei Häusern bestehende Ensemble zu den wenigen weitgehend original erhaltenen Gebäuden, die vom Leiden der Opfer des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein zeugen.

Bildung

Zielgruppen

Die im Aufbau begriffene Gedenkstätte soll ein besonders für jüngere Menschen attraktiver Denkort werden, an dem auch die Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen wie Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geführt wird.

Ausstellung

Eine Dauerausstellung zur Geschichte des Kriegsgefangenenlagers ist in Vorbereitung.

Führungen

Nach Anmeldung bietet der Trägerverein kostenlose Führungen über das Gelände und durch das vormalige Kriegsgefangenenlager an.

Workshops und Seminare

In dem Gebäude können kurze Vorträge erfolgen. Das Gebäude ist unbeheizt.
Schulklassen und andere Interessierte können ggf. einen Seminarraum in Quickborn nutzen.

Barrierefreie Angebote

Das Henri-Goldstein-Haus ist eingeschränkt barrierefrei zugänglich.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Trägerverein organisiert jedes Jahr zum 9. November ein Gedenkkonzert in Quickborn. 

Informationsmaterialien zur Vorbereitung eines Besuchs

Flyer „Henri-Goldstein-Haus“ (Download über die Vereinswebsite)

Literaturempfehlung: Margarete Degenhardt et al.: Kriegsgefangenen-Arbeitskommando 1416. Ein vernachlässigtes und verdrängtes Kapitel der Quickborner Geschichte. Eine Dokumentation, Kiel 2019


Praktische Informationen
Praktische Informationen

Praktische Informationen

Henri-Goldstein-Haus
Himmelmoorstraße 4
Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V.

Tel.: 04016-4553

info@henri-goldstein-haus.de
www.isq-stolpersteine.de/henri-goldstein-haus

Öffnungszeiten

Das Gebäude ist nach Voranmeldung beim Trägerverein zu besichtigen.

Eintritt frei

Die Gedenkstätte freut sich jedoch über jede Spende.

Empfänger: Träger- und Förderverein Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V.
IBAN: DE83 2004 0000 0630 1485 02
BIC: GENO DEF1 PIN

Anfahrt mit PKW

Bundesstraße 4 bis Quickborn, dann bis Himmelmoorstraße 4. Vor Ort gibt es mehrere Parkplätze.

Anfahrt mit ÖPNV und Fahrrad

AKN-Bahnhof Quickborn, von dort ca. 15 Min. mit dem Rad

Termine
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