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KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund

Zwischen dem 1. November 1944 und dem 16. Dezember 1944 bestand in dem nordfriesischen Dorf Ladelund ein Außenlager des KZ Neuengamme. Mehr als 2.000 Männer aus zwölf Nationen wurden in ein ehemaliges Lager des Reichsarbeitsdienstes gepfercht, das ursprünglich für 200 Personen gebaut worden war. Leiter des Lagers in Ladelund war der SS-Untersturmführer Hans Hermann Griem, der unter anderem auch das KZ Husum-Schwesing kommandierte. 200 Marinesoldaten bewachten Lager und Häftlinge.

Aus Furcht vor einer Invasion aus dem Norden ließ das NS-Regime entlang der Nordseeküste den „Friesenwall“ bauen und an der Grenze zwischen Deutschland und Dänemark „Riegelstellungen“, zu denen der Panzerabwehrgraben gehörte, den die Häftlinge zwischen Ladelund und Humptrup ausheben mussten. In den nur sechs Wochen seines Bestehens starben im KZ Ladelund 300 Häftlinge aus zwölf Nationen aufgrund der schweren Arbeit beim Ausheben des Panzerabwehrgrabens, mangelnder Ernährung, unzureichender medizinischer Versorgung und der brutalen Behandlung. Sie kamen zu einem Großteil aus den Niederlanden, vor allem aus dem Ort Putten, wo die Wehrmacht im Oktober 1944 nach einem Anschlag auf deutsche Militärangehörige mehr als 100 Häuser niedergebrannt und 601 Männer nach Neuengamme deportiert hatte.

Nach der Auflösung des Lagers verbrachte die SS die überlebenden Häftlinge zurück in das KZ Neuengamme, von wo aus sie zum Teil in andere Lager deporiert wurden.

Der Pastor des Ortes Ladelund, Johannes Meyer, beerdigte die 300 Toten aus dem Lager in der Nähe der Kirche und verzeichnete ihre Namen und Todesdaten im Sterberegister der Kirche. Er schrieb im Mai 1946 einen Brief an die Angehörigen der Toten und lud sie zum Besuch der Gräber in Ladelund ein. Im Oktober 1950 erfolgte der erste Besuch einer Gruppe von Angehörigen aus dem niederländischen Putten. Dieses Datum gilt als Beginn der Gedenkstättenarbeit in Ladelund. Die damaligen Täter standen zum Teil vor Gericht. Der frühere Lagerleiter Griem lebte jedoch fast 20 Jahre unbehelligt in Hamburg, kurz vor Eröffnung des Strafprozesses gegen ihn starb er 1971.

Die Gedenkstätte unterhält seit 1990 ein Dokumentenhaus mit einer 2017 neuerarbeiteten Dauerausstellung. Zur Gedenkstätte gehören außerdem die Grabanlage für die 300 im KZ Ladelund Gestorbenen, der teilweise wiederhergestellte ehemalige Panzerabwehrgraben, ein Gedenkstein mit Infotafeln am ehemaligen Lagergelände und der „Garten der Begegnung“ zwischen dem Dokumentenhaus und der Grabanlage.

Getragen von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Petri Ladelund, ist die Einrichtung die einzige KZ-Gedenkstätte Deutschlands in kirchlicher Trägerschaft. Es gibt einen Förderverein, einen Freundeskreis und einen Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen.

Bildung

Ausstellungen

Dauerausstellung: „Das KZ im Dorf. Geschichte und Nachgeschichte des Außenlagers Ladelund“ (viersprachig: deutsch, englisch, niederländisch, dänisch). In die Ausstellung integriert sind verschiedene Möglichkeiten, digital nach Biografien der Häftlinge oder vertiefenden Informationen zu recherchieren.

Wechselausstellungen: Jeden Sommer wird eine Wanderausstellung zu unterschiedlichen Themen der NS-Vergangenheit oder deren Aufarbeitung gezeigt.

Film

Besucher*innen können einen circa zehnminütigen Einführungsfilm zur Geschichte des Lagers und der Gedenkstätte anschauen.

Führungen

Kostenlose Führungen in Deutsch, Englisch, Niederländisch und Dänisch können jederzeit vereinbart werden. Eine Kontaktaufnahme zur Abstimmung des Termins und des Angebots ist erwünscht. Die Gedenkstätte empfängt für die Führungen gerne Spenden. 

Workshops und Seminare

Seminare für verschiedene Besuchergruppen und Multiplikator*innen können gebucht werden. Es steht ein Seminar- und Medienraum für Gruppen bis zu 60 Personen zur Verfügung.

Archiv und Bibliothek

Die Gedenkstätte verfügt über ein Archiv, das interessierte Besucher*innen nach Voranmeldung nutzen können. Die Bibliothek umfasst ein großes Spektrum zur NS-Geschichte und zum Konzentrationslager Ladelund. Bücher können auf Anfrage vor Ort ausgeliehen werden.

Zielgruppen

Die Angebote richten sich an Schüler*innen und Jugendliche (z.B. Konfirmanden) sowie weitere Besucher- und Berufsgruppen unterschiedlichen Alters.

Barrierefreie Angebote

Die Ausstellung ist barrierefrei zugänglich, ebenso wie die Gräberanlage und der „Garten der Begegnung“.

Regelmäßige Veranstaltungen

Neben der Wechselausstellung mit Vernissage und Finissage findet jeweils im November ein Gedenken zum Volkstrauertag statt ebenso wie im Oktober die jährliche Teilnahme am Gedenken im niederländischen Putten. Veranstaltungen zu besonderen Gedenktagen (u.a. Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, Tag der Menschenrechte am 10. Dezember) sind fester Bestandteil des Programms der Gedenkstätte.

Informationsmaterialien zur Vorbereitung eines Besuchs

- Flyer über die Gedenkstätte mit den wichtigsten Informationen in verschiedenen Sprachen

- Internetseite mit allen relevanten Informationen, u.a. ein viersprachig verfügbarer Audioguide

- Ausstellungskatalog in vier Sprachen: Raimo Alsen, Angelika Königseder (Hrsg.): Das KZ im Dorf. Geschichte und Nachgeschichte des Außenlagers Ladelund, Berlin 2017

- Zudem können verschiedene Bücher und Broschüren zur Geschichte des Lagers und der Ereignisse in Putten und der Aufarbeitung käuflich erworben werden.

Praktische Informationen
Praktische Informationen

KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund
Raiffeisenstraße 3
25926 Ladelund

Tel.: 04666-449
Fax: 04666-98 95 37

info@kz-gedenkstaette-ladelund.de
https://kz-gedenkstaette-ladelund.de

Leitung: Dr. Katja Happe, happe@kz-gedenkstaette-ladelund.de

Öffnungszeiten

Di–Fr 10:00–16:00 Uhr
Sa, So und feiertags 14:00–16:00 Uhr und nach Vereinbarung

Montags geschlossen

Der Gedenkort am ehemaligen Lagergelände, der wiederhergestellte Abschnitt des Panzerabwehrgrabens und die Gräber sind jederzeit frei zugänglich.

Eintritt frei

Die Gedenkstätte freut sich jedoch über jede Spende:

Empfänger: Kirchenkreis Nordfriesland
IBAN: DE36 5206 0410 0106 4028 28BIC: GENO DEF1 EK1
Verwendungszweck: KZ-Gedenkstätte Ladelund, Az: 33 1010 12000

Anfahrt mit PKW oder Fahrrad

Die Gedenkstätte ist gut mit dem Auto zu erreichen. Es stehen genügend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Der Fahrradweg „Grenzroute“ führt durch Ladelund. Ein Abstecher zur Gedenkstätte ist ausgeschildert. Abstellplätze für Fahrräder sind vorhanden.

Anfahrt mit ÖPNV (Mo–Fr)

Von Niebüll ZOB oder Niebüll Bahnhof und Flensburg ZOB mit dem Schnellbus 1013 nach Leck ZOB (Fahrtdauer circa 30 oder 40 Minuten). Von Leck fährt jede Stunde entweder der Bus 1012 oder der Bürgerbus 1012 a oder b nach Ladelund, Haltestelle „Alte Feuerwehr“ (Fahrtdauer circa 20 Minuten).

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