Termin
Die "Cantata Bolivia" des jüdischen Musikers Erich Eisner im Dom zu Lübeck
27. Januar 2026 / 18:00 - 20:00 Uhr
Am 27. Januar 2026, am Tag des Gedenkens zur Befreiung von Ausschwitz, erklingt im Dom zu Lübeck ein Werk der Erinnerung und Dankbarkeit: „Cantata Bolivia“ – komponiert 1941 vom jüdischen Musiker Erich „Erck“ Eisner, der vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Südamerika fliehen musste.
Eisner gründete im Exil das Nationale Symphonieorchester Boliviens und widmete seinem Zufluchtsland die "Cantata Bolivia", eine Komposition für vier Gesangssolisten, großen Chor und Sinfonieorchester, in welcher er das gleichnamige Gedicht der befreundeten bolivianischen Schriftstellerin Yolanda Bedregal de Konitzer (1919-1999) vertonte. Die Kanstate stellt eine Verbindung aus europäischer Kompositionstradition und lateinamerikanischen Klängen dar.
Das Werk wird nun – über 80 Jahre nach seiner Entstehung – erstmals mit voller Orchesterbesetzung in Deutschland aufgeführt (in kleinerer Besetzung war es erstmals 1995 in Schloss Heiligenstedten bei Itzehoe zu hören). Es erklingt im Rahmen des ökumenischen Gedenkgottesdienstes zum Tag der Befreiung von Auschwitz, musikalisch bereichert vom Jewish Chamber Orchestra Hamburg unter der Leitung von Emanuel Meshvinski, gemeinsam mit dem LandesJugendChor Schleswig-Holstein.
Ermöglicht wird die Aufführung auch durch das Engagement von Manfred Eisner, dem Sohn des Komponisten, der als Kind das Exil in Bolivien erlebte und heute in Brokdorf lebt. Als Shoa-Überlebender, Zeitzeuge, Autor und Brückenbauer zwischen den Generationen setzt er sich seit Jahren dafür ein, das Werk seines Vaters und die Geschichten jüdischer Überlebender lebendig zu halten.
Eintritt frei.