Termin
Jüdisches Museum zeigt Ausstellung mit Zeichnungen gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus
18. Juni 2026 - 31. Juli 2026 / 11:00 - 16:00 Uhr
"Wie geht es dir? Zeichner*innen gegen Antisemitismus, Hass und Rassismus" heißt die Wanderausstellung, die das Jüdische Museum in Rendsburg noch bis zum 31. Juli zeigt.
In eindringlichen Bildern und persönlichen Erzählungen versammelt die Ausstellung 60 Comics von 48 renommierten Künstler*innen. Sie basieren auf Gesprächen mit Menschen, deren Leben durch den Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 und die anhaltende humanitäre Katastrophe im Gaza-Streifen in unterschiedlicher Weise geprägt ist.
Die Ausstellung eröffnet einen vielstimmigen Raum. Die künstlerischen Arbeiten erzählen von jüdischen Perspektiven, von Verunsicherung und Bedrohung in Deutschland ebenso wie von wachsender Muslimfeindlichkeit und anderen Formen von Rassismus. Sie thematisieren eine Gegenwart, in der gesellschaftliche Spannungen zunehmen und zugleich oft Sprachlosigkeit herrscht.
„Wie geht es dir?“ setzt genau hier an. Das Projekt versteht sich als bewusster Versuch, diese Sprachlosigkeit zu überwinden. Die beteiligten Zeichner*innen, wie beispielsweise Barbara Yelin oder Elke Renate Steiner, hören zu, führen Gespräche und übersetzen das Gehörte in Comics. Zeichnung wird hier zum Medium des Dialogs: sensibel, respektvoll und zugleich unmittelbar. Renommierte gesellschaftliche Akteur*innen wie Jouanna Hassoun, Mirjam Wenzel, Meron Mendel, und Burak Yilmaz waren bereit ihre Perspektive zu erzählen.
Die Ausstellung lädt dazu ein, hinzusehen, zuzuhören und Ambivalenzen auszuhalten. Sie versteht sich als Beitrag zu einem offenen gesellschaftlichen Gespräch: gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, Hass und Ausgrenzung und für Empathie, Dialog und gegenseitiges Verständnis.
Obwohl die Ausstellung bereits 2024 entstanden ist, hat sie nicht an Aktualität verloren. Im Gegenteil wird die Situation durch die fortgesetzten kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sowohl für die Menschen vor Ort, als auch für Betroffene in Deutschland immer bedrohlicher und komplizierter.
Initiiert wurde das Projekt von den Zeichner*innen Hannah Brinkmann, Nathalie Frank, Michael Jordan, Moritz Stetter, Birgit Weyhe und Barbara Yelin. Fachlich begleitet wird es von Dr. Véronique Sina (Goethe-Universität Frankfurt), unterstützt vom Internationalen Comic-Salon Erlangen sowie der Stadt Erlangen.
Die Ausstellung wird in Rednsburg in Kooperation u.a. mit der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein und der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein gezeigt.
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Jüdischen Museums (Dienstag bis Sonntag 11-16 Uhr, Prinzessinstraße 7–8, 24768 Rendsburg) zu sehen. Eintrittspreis 9 Euro (ermäßigt 7 Euro).