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Gedenkstätte Gudendorf

Die Gedenkstätte Gudendorf erinnert an das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener aus den Jahren 1941 bis 1945. Ein Lager für die Bautrupps, die in Gudendorf einen Flugplatz für die Luftwaffe anlegten, errichtete die Wehrmacht bereits im Zuge des Kriegsbeginns. Im nördlichen Lagerteil waren ab 1940 französische Kriegsgefangene untergebracht, die die Bauarbeiten fortführen mussten. Ab Dezember 1941 wurden diese durch sowjetische Kriegsgefangene ersetzt. Das Lager befand sich an der heutigen Schulstraße. Dort entstanden in den 1950er-Jahren Siedlungshäuser und die neue Schule – heute Uns Dörpshus und Feuerwehrgerätehaus.

Im April 1944 verlegte die Wehrmacht das Zweiglager ihres Stammlagers XA für sowjetische Kriegsgefangene von Heidkaten bei Kaltenkirchen nach Gudendorf. Das Gefangenenlager mit erweitertem Krankenrevier und Entlausungsanlage wurde zu einem zentralen Krankenlager für sowjetische Kriegsgefangene im Bereich Schleswig-Holstein und Hamburg. Die erkrankten Gefangenen bekamen jedoch nur eine minimale medizinische Pflege. Das Leitprinzip bei der medizinischen Versorgung war eine möglichst schnelle Wiederherstellung der Arbeitskraft. Die genaue Zahl der auf dem Gelände der Gedenkstätte bestatteten Toten lässt sich aufgrund der mangelhaften Quellenüberlieferung nicht genau belegen.

Bereits kurz nach Kriegsende errichtete die sowjetische Repatriierungs- und Grabesmission in Kooperation mit den britischen Besatzern ein erstes Denkmal zur Erinnerung an die dort bestatteten sowjetischen Kriegsgefangenen. Ende der 1950er-Jahre beschloss das Land Schleswig-Holstein eine Neugestaltung des Gedenkortes. Die im Jahre 1962 fertiggestellte Gedenkstätte umfasst eine monumentale Stele des Künstlers und Bildhauers Siegfried Assmann mit bronzener Figurengruppe aus der griechischen Mythologie sowie die Gestaltung von drei kreisförmigen Grabfeldern und der umliegenden Landschaft durch den Gartenarchitekten Hans-Erik Brodersen. Sie ist seither der zentrale Gedenkort für diese Opfergruppe des Nationalsozialismus im Land Schleswig-Holstein.

Um das Geschehen in Gudendorf und die Erinnerung an die Opfer nicht dem Vergessen anheimfallen zu lassen, gründete sich 1983 die Initiative „Blumen für Gudendorf“, ein Kreis von antifaschistischen und friedensbewegten Personen.

Nach neuen Forschungen zur Lagergeschichte konnten 2015 Gedenktafeln mit dokumentierten Namen von Verstorbenen eingeweiht werden – die freien Flächen zwischen den Tafeln weisen auf die unbekannten Toten hin.

Die Gedenkstätte Gudendorf regt zum Nachdenken über die Lehren aus der Geschichte an: Krieg als Mittel der Politik auszuschließen, Rassismus und Menschenfeindlichkeit für alle Zeit zu ächten. Träger der Einrichtung ist die Gemeinde Gudendorf.

Bildung

Ausstellungen

Auf der Gedenkstätte informieren Tafeln über die Geschichte des Lagers. Seit 2015 umfasst der Ort auch Gedenktafeln mit recherchierten Namen von 310 Toten des Lagers. In der Dauerausstellung des Ditmarscher Landesmuseums in Meldorf ist ein Raum dem Lager Gudendorf gewidmet.

Führungen

Die Initiative „Blumen für Gudendorf“ bietet auf Nachfrage Führungen über die Gedenkstätte an.

Workshops und Seminare

Schulklassen können auf Nachfrage einen Raum im Uns Dörpshus (Schulstr. 16) nutzen.

Barrierefreie Angebote

Die Gedenkstätte ist eingeschränkt barrierefrei.

Regelmäßige Veranstaltungen

Aus Anlass des Kriegsendes von 1945 organisiert die Initiative „Blumen für Gudendorf“ im Umfeld des 8. Mai jedes Jahr eine Mahn- und Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte.

Informationsmaterialien zur Vorbereitung eines Besuchs

Die Website der Initiative „Blumen für Gudendorf“ bietet neben historischen Informationen auch eine Datenbank mit Namen der Toten des Lagers. Darüber hinaus ist ein Flyer verfügbar.

Literatur: Martin Gietzelt: Die Gedenkstätte Gudendorf, in: Dithmarschen 3/2004, S. 58–80; Verena Meier: Das Lager und die Gedenkstätte für sowjetische Kriegsgefangene in Gudendorf – Geschichte und Erinnerungskultur (in Vorbereitung)

Praktische Informationen
Praktische Informationen

Gedenkstätte Gudendorf
Vierthstraße
25693 Gudendorf

Kontakt: Benno Stahn, Initiative „Blumen für Gudendorf“

Tel.: 0431-690167
E-Mail: b.stahn@kieler-friedensforum.de
Web: www.xn--blumen-fr-gudendorf-dbc.de

Öffnungszeiten

Die Gedenkstätte ist frei zugänglich.

Eintritt frei

Anfahrt mit PKW

Die Gedenkstätte liegt am Ende der Vierthstraße in Gudendorf. Dort befindet sich ein Parkplatz, von dem ein kurzer Fußweg zur Gedenkstätte führt.

Anfahrt mit ÖPNV

Ab Bahnhof Meldorf mit der Buslinie 2507 bis Gudendorf, Haltestelle Ortsmitte, dann noch circa zehn Min. Fußweg.

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